Ganzheitliche Ökologie

The more that we allow our hearts to expand to love, deeply appreciate, and feel inextricably tied to the places, things and people of this world, the more we are likely to take a stand on behalf of what we value.

Kristi Nelson

Ganzheitliche Ökologie

Obwohl es in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen Bewegungen hin zum Wandel gibt, sind wir es, in Mitteleuropa, in der Praxis des öffentlichen Lebens noch immer gewohnt, dass die materiellen Profite der Menschen einen höheren Stellenwert haben, als das lebendige Gleichgewicht der Erde. Die Erde erscheint dabei als ein Objekt, dessen Bestandteile das Eigentum einzelner Menschen darstellen: in Form von Grundstücken, Staatsgebieten und Bodenschätzen. Doch ist sie nicht, jenseits der Vereinbarungen die wir Menschen untereinander treffen auch ein wunderschönes Lebewesen, bewohnt von unzähligen würdevollen Lebewesen? Wir Menschen sind ein Teil der Erde und gleichzeitig sind wir großzügig beschenkte Gäste auf Zeit. Es scheint manchmal, als wüssten wir Menschen nicht so recht was wir mit den Geschenken des Erd-Lebens anfangen können. In all der Vielfalt, Fülle und Schönheit treiben der Mythos vom Mangel und die Angst vor dem Tod und der Einsamkeit ihr Unwesen in der menschlichen Welt. Was heißt es dann also, die Liebe zum Leben und das Staunen vor dem Lebendigen zu leben? Welchen besonderen Beitrag können wir Menschen als Einzelne und als Gemeinschaften zur ganz eigenen Harmonie der vielfältigen Erde darstellen?

Beginnen wir uns auf die Ganzheit zu besinnen und uns der Freude daran zu zuwenden, dass wir schöpferische Gäste der Erde sind, wenden wir uns der Selbstverantwortung und der dynamischen co-Kreation von uns Menschen und nicht-menschlichen Lebewesen zu. Dabei stellen sich viele Fragen: Wie schaffen wir in unserem Leben den Raum dafür, dass diese co-Kreation sich selbst frei erforschen und begegnen kann? Wir bringen wir Heilung und Liebe in unsere zerrütteten Beziehungen zueinander, zum Mensch-Sein und zum Lebendigen auf Erden?

Es gibt viele Wege und Landkarten, die unsere heranwachsenden Tiny Haus Gemeinschaft dabei begleiten diese Fragen zu leben und in die Antworten hineinzuwachsen. Dazu gehören ‚Landkarten‘ aus der Friedensforschung und ‚Wege‘ (Methoden, Übungen und Herangehensweisen) aus der Friedensarbeit, Konflikttransformation, Organisationsenwicklung, Gemeinschaftsbildung und der therapeutischen Arbeit. Auch indigene ‚Landkarten‘ und ‚Wege‘ (Rituale) sind eine wertvolle Quelle für die Entwicklung gemeinschaflicher Räume für ganzheitliche co-Kreation.

Antworten die wir kennen, sollen in der Tiny Haus Gemeinschaft Vorarlberg Umsetzung finden. Zur Umsetzung gehört nicht nur die innere Haltungen des Respekts und der Offenheit gegenüber allen Wesen, sondern auch Entscheidungen im Hinblick auf die Architektur und Ökonomie der Tiny Haus Gemeinschaft. Diese beziehens sich beispielsweise auf unser Wissen zu Klimaschutz, Bodenschutz, Artenschutz, Wasserschutz, nachhaltiger Landwirtschaft und fairem Handel. Dabei stehen aber nicht Regeln im Vordergrund, sondern Wissen, Werte und entsprechende gemeinsame Intentionen.  

Im Sinne der Tiefenökologie orientieren wir uns dabei gleichermaßen sowohl am Verstand, als auch am Herz und Instinkt in der Wahrnehmung der Wirklichkeit. Die Vielfalt der ‚Wahrnehmungsorgane‘ lässt uns als Individuen die Entwicklung der Tiny Haus Gemeinschaft navigieren, im Sinne der Indonesischen Bedeutung des Begriffs für Frieden: „Finde deinen Platz und handle danach“. So freuen wir uns über eine wachsende Gemeinschaft mit Menschen, die die Beziehung zu einer Vielfalt an ‚Wahrnehmungsorganen‘ schätzen und pflegen.

Die Ahnung von den unermesslichen Möglichkeiten der co-Kreation in der ganzheitlichen Ökologie bringt sowohl ein Bewusstsein um die Notwendigkeit der gestellten Fragen mit sich, als auch Freude am ‚mit-den-Fragen-Sein‘ und am gemeinsamen Gebären von Antworten.